Die erste Uni-Exkursion, die ich hier in Sevilla miterlebt habe, fand am Freitag vor der Semana Santa, also der Karwoche und der damit verbundenen einwöchigen Unipause statt. Mit ca. 30 anderen Studis, die wie ich das Fach “Ordenacion del Territorio” (Raumordnung/Landesplanung) belegen, ging es per Reisebus in den Nationalpark Donana, ca. 30 km südwestlich von Sevilla.
Der erste Zwischenstop wurde dann in El Rocio eingelegt, einem Wallfahrtsort am Rande des Nationalparks. Nach einem gemeinsamen Frühstück folgte der erste Vortrag unseres Profs, der uns über die Bedeutung und Auswirkungen dieses Wallfahrtstourismuses informierte. Der Ort hat 800 Einwohner - während der alljährlichen Wallfahrt am Pfingstwochenende kommen bis zu 1 Million Menschen aus ganz Spanien nach El Rocio. Der überwiegende Teil der Häuser wird dort nur als Pilgerunterkunft während der Wallfahrtzeit genutzt - dementsprechend leergefegt und beinahe gespenstisch sieht es die restliche Zeit des Jahres dort aus.
Ein weiteres Thema, das die Landesplanung im Zusammenhang mit dem Nationalpark in den letzten Jahren beschäftigt hat, ist der Ausbau des Straßensystems und damit einhergehende Konflikte mit dem Naturschutz. Trotz großen Einwänden ist eine Straße durch den Naturpark (Vorzone des Nationalparks) gebaut worden, der die Fahrtzeit von Sevilla nach Matalascanas deutlich verringert.
Womit ich schon beim nächsten Stop und dem Hauptthema der Exkursion wäre: Matalascanas ist ein Badeort mit kilometerlangem Strand an der Costa de la Luz, der unmittelbar am Nationalpark Donana liegt. Neben dem Besuch des Museo del Mundo Mar (Museum der Meereswelt) spazierten wir auch durch die Wanderdünen am Strand von Matalascanas. Bei strahlendem Sonnenschein und Ausblick auf den Atlantik war das eindeutig der angenehmste Teil der Exkursion…
Vor dieser tollen Kulisse hielt unser Prof danach einen Vortrag über die Bedeutung des Tourismus für die Region und die Raumansprüche der Erdbeeranbaus, dessen Anbaugebiete teilweise bis unmittelbar an den Nationalpark reichen.
Abends ging es wieder heimwärts nach Sevilla, und während viele Studenten schon ein Nickerchen im Bus machten, redete der Prof munter weiter….
Fazit: Interessante Themen, ein sehr redseliger Prof und tolle Eindrücke von Spaniens gehypten Nationalpark
Fotos von der Exkursion gibts hier.

