Das Ende naht…

5. Juli 2008 by marcoscheil

Noch zwei Tage, dann ist das Erasmus-Halbjahr schon wieder vorbei. Schade, ich bin echt traurig, dass es so schnell vorbeiging… andererseits war es so ziemlich der Höhepunkt meines Studiums, ich habe sooo viele neue, nette Leute kennengelernt, viele tolle Orte in einer noch tolleren Ecke Europas gesehen und nicht zuletzt auch viel gelernt in der Universidad de Sevilla. 

Dieser Blog hat Euch hoffentlich auf dem laufenden darüber gehalten (wenn auch nicht immer allzu regelmäßig). Weiterführen werden ich ihn wohl nicht, seinen Zweck hat er ja erfüllt :)

Hiermit bedanke ich mich bei Euch, den Lesern dieses Blogs, und freu mich, Euch schon bald in Deutschland wiederzusehen…

Saludos de Sevilla,

Marco

Eurocopa

2. Juli 2008 by marcoscheil

Spanien gewinnt gegen Deuschland im Finale und ist Europameister…. und wir erleben das in Spanien. Die Enttäuschung bei uns war natürlich erstmal groß, die Spanier haben dafür umso mehr gefeiert. Und sie waren echt faire Gewinner - immer, wenn sie deutsche Fans gesehen haben, wurden sie aufgemuntert und einfach mitgezogen in den Partytaumel… Ben hat sogar Trikottausch mit nem Spanier gemacht. Ich hab mir am Samstag vor dem Finale eine Grippe eingeheimst, weswegen ich nach dem Spiel relativ schnell wieder zu Hause war und die Partynacht nicht miterlebt hab.

Die ganze EM-Zeit war allerdings richtig cool, auch wir haben uns hier im “Ausland” zum Deutschland-Gucken im Rudel getroffen und die Stimmung war jedes Mal super (Danke nochmal an Stefan fürs “Hinsetzeeeen”). Meistens haben wir die Spiele Openair am Plaza de Armas gesehen oder in einem Irish-Pub auf einem Beamer…. und ja, auch wir haben während des Bildausfalls während des Türkeispiels gelitten :D

 

Die letzte Bratwurst vor Amerika

23. Juni 2008 by marcoscheil

Mitte Juni stand der letzte große Trip auf dem Programm: Algarve! Bis zur protugiesischen Grenze braucht man mit dem Auto aus Sevilla nur ca. eine Stunde, die Urlauberhochburgen Faro, Albufeira und Lagos sind auch relativ schnell erreicht. Wir waren für zwei Tage in Lagos, das die östlichste dieser Städte ist und dazu nicht komplett mit Bettenburgen verbaut wie die andern beiden.

Der Trip wurde ziemlich kurzfristig geplant, erst einen Abend vorher haben wir das Auto gemietet. Und direkt nen Volltreffer gelandet: ein flammneuer Seat Ibiza gehörte an diesem Wochenende uns, und der hatte gerade mal 28 km auf dem Tacho…

Gewohnt haben wir im historischen Zentrum von Lagos in einem kleinen Hostal, am Strand waren wir aber in Sagres. Dort gibts traumhafte Strände, eingerahmt von teilweise 30m hohen Felswänden und mit ordentlichem Wellengang. Am Cabo San Vincente, einem Leuchtturm, der auf einer Landzunge am südwestlichsten Punkt Europas liegt, haben wir dann deutsche Landsleute getroffen: in einer Würstchenbude! Dort gibt es die letzte Bratwurst vor Amerika, wahlweise als Nürnberger oder Thüringer Rostbratwurst …

Wen interessiert: www.letztebratwurst.eu

Hier ein paar Impressionen vom Wochenende:

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Paintball

26. Mai 2008 by marcoscheil

Kerstin hatte einen genialen Einfall abends beim gemütlichen Bier: Lasst uns doch mal Paintball spielen gehen! Sie hatte von Sevillanern gehört, dass es diverse Paintball-Felder rund um Sevilla gibt. Also - gesagt, getan - sie recherchierte die verschiedenen Felder und wir trafen uns Sonntag morgens zum Frühstück in Bennys und Kerstins WG. Eine Bedingung hat sich dann als echte Hürde herausgestellt: wir mussten mindestens zu zwölft sein. War gar nicht so einfach, 12 Leute zusammen zu bekommen, da ein paar Leute weggefahren waren übers Wochenende. Letztendlich waren wir dann zu zehnt…

Mittags gings los Richtung Los Palacios (1 Stunde südlich von Sevilla), wo unser Schiri uns empfing und vorbei an diversen Hütten und Feldern zum entlegenen Paintball-Feld führte….das schon ein Jubelsturm beim Vorbeifahren auslöste: Alte Mähdrescher und leere Busse in Tarnfarben als Deckung… das Gelände sah richtig anspruchsvoll aus mit Teichen, Strohballen und diversen Hindenissen…

Nach ner kurzen Einführung gings dann rund: in die zwei Fünferteams aufgeteilt gab es verschiedene Runden mit diversen Spielvarianten: Capture-the-Flag, Save-the-Captain, Punktspiel usw… 

Es hat irrsinnig Spaß gemacht, vor allem auch zu sehen, wie verschieden die Leute mit der “Knarre” in der Hand umgehen: während die einen sich hinter der Deckung verschanzten und lange auf ihre Möglichkeit, den Gegner vors Gewehr zu bekommen, warten, liefen die andern teilweise munter drauf los und ballerten, was das Zeug hielt. Platt und völlig verschwitzt waren wir nach den Nachmittag allerdings alle… 

Roadtrip durch Andalusien

15. Mai 2008 by marcoscheil

In der ersten Maiwoche bekam ich wieder Besuch, diesmal war meine Freundin Denise für 10 Tage hier bei mir in Sevilla.  Die Hälfte der Zeit, also 5 Tage, waren wir unterwegs und haben uns Andalusien angeguckt. Ohne Reiseführer und genaue Planung, dafür spontan und unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln gings mit einem Mietwagen am 1. Mai los. In Sevilla gab es aber keine günstige Mietwagen mehr (anscheinend war die Nachfrage am verlängerten Wochenende enorm), also mussten wir den Wagen in Jerez abholen, wo wir mit der Bahn hingekommen sind. 

Am späten Nachmittag sind wir dann Richtung Chipiona aufgebrochen, dem Strand, wo ich schon eine Woche vorher mit Sara und Co. war. Beim Strandspaziergang machte Denise Bekanntschaft mit diversen Meerestieren:

Abends sind wir Richtug Süden aufgebrochen. In Puerto Santa Maria, einer kleinen Hafenstadt mit netten Lokalen und Restaurants, gabs  Abendessen in einer kleinen netten Tapasbar. Da Hostals dort rar waren, gings dann weiter nach Cadiz, der Provinzhauptstadt, doch auch dort gabs zu später Stunde keine Unterkunft mehr… also schliefen wir die erste Nacht im Auto. Den Mammutbaum in Cadiz haben vorher trotzdem noch abgelichtet:

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Süden: Entlang der Costa de la Luz ging es vorbei an den superschönen Stränden bis nach Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas. Hier der Fotobeweis:

Danach gings weiter entlang der Mittelmeerküste in Richtung Osten. In Gibraltar waren wir abends, so dass wir leider nicht mehr auf den Affenfelsen hochfahren konnten und die sagenumwobene Affen von Gibraltar nicht gesehn haben….

Nach 350 km Autofahrt und vielen tollen Orten, die wir gesehen haben, endete der Tag dann in Fuengirola, einer mittelgroßen Urlauberstadt östlich von Marbella. Dort gab es nachts um halb eins tatsächlich noch ein erschwingliches Zimmer in nen kleinen, hübschen Hostal. 

Am dritten Tag unseres Trips stand dann Malaga auf dem Programm. Vom Hafen dort hat man nen genialen Blick auf die Geburtsstadt Picasos:

Abends gings weiter in Richtung Ronda, der Stadt, die auf einem riesengroßen Felsen erbaut wurde. Auf der Landkarte sah die Route von Malaga nach Ronda nicht so weit aus, wie sie es dann war: nach einer halben Stunde Autobahn gings noch kurze Zeit weiter auf ner Landstraße, bevor dann auf richtig steile und enge Passstraßen kamen. Und das im dunkeln….

Auch in Ronda haben wir nach Mitternacht noch ein Hostal mit freiem Zimmer gefunden. Am nächsten Morgen schauten wir uns die Stadt an und vor allem den Felsen, auf dem sie steht:

Nachmittags ließen wir Ronda hinter uns, und es ging weiter über Passstraßen zurück zur Costa del Sol. Hier ein paar Impressionen von der Serrenia de Ronda, dem Gebirge rund um Ronda:

Das letzte Ziel unseres Trips war dann Canos de Meca, ein kleines verschlafenes “Hippiedorf” an der Costa del Sol nördlich von Tarifa. Dort hatten wir den Strand (fast) für uns alleine und konnten diesen Ausblick geniessen:

Strandwochenende in Chipiona und Punta Umbria

30. April 2008 by marcoscheil

Am Tag nach der Exkursion war das erste “richtige” Strandwochenende angesagt. Sara, die auch hier in Sevilla ihr Erasmus-Semester macht, ist mit ihren Auto hier hingekommen, was natürlich ideal war für den spontanen Wochenendtrip. Mit Deya, Jakob, Flo und eben Sara gings dann am Samstag morgen nach einer langen Partynacht in Richtung Chipiona. Das ist der nördlichste Strand der Bucht von Cadiz, nicht weit von der Guadalquivir-Mündung in den Atlantik (der Fluß, der auch Sevilla durchquert).

Bevor der Strand in Sichtweite war, stand allerdings noch ein Härtetest fürs Auto und vor allem Saras Nerven an: ihr Navi lotste uns quer durch das historische Zentrum von Jerez, vorbei an diversen Kirchen, Bodegas und durch die engsten Gassen, die man nur mit eingeklappten Spiegeln und ner ordentlichen Portion Fingerspitzengefühl durchqueren konnte. Irgendwie haben wir es aber tatsächlich geschafft, ohne das dem Wagen Schaden zugefügt wurde, und kurze Zeit später waren wir am Ziel. Der Strand von Chipiona ist superschön, es war noch nicht allzu viel los (in der Hochsaison sind angeblich bis zu 100.000 Spanier dort), und das Wetter war auch saugut… 

Abends gings nach einem leckeren Tapas-Essen zurück nach Sevilla, vor allem, weil wir am nächsten Tag nochmal an einen anderen Strand fahren wollten. Am Sonntag morgen fiel die Entscheidung dann auf Punta Umbria, einem Strand in Huelva, einer Provinzhauptstadt westlich von Sevilla nahe der portugiesischen Grenze. Auch da wars ganz nett, nachdem Sara aber schon nachmittags zeimlich rot war von der Sonne, gings dann zeitig wieder zurück nach Sevilla.

Hier mal ein paar Impressionen vom Wochenende:

 

 

Exkursion Nr.2: Die Bucht von Cadiz

27. April 2008 by marcoscheil

Die zweite Exkursion des Faches “Ordenacion del Territorio” fand Ende April statt und führte uns in die Bucht von Cadiz. Es ging morgens um 8:00 los und schon nach einer knappen halben Stunde Fahrt stand der erste Haltepunkt auf dem Programm: Die römischen Ausgrabungen von Dona Blanca, südlich der Sherry-Hochburg Jerez. Die Ausgrabungen waren relativ unspektakulär, dafür hatte man von dem Aussichtspunkt einen netten Blick in die flache Ebene in Richtung Bucht von Cadiz. Nach einen kurzen Vortrag ging es weiter und das erlösende Frühstück stand an :).

Die nächsten Stops waren dann die Mündung des San-Pedro-Flusses und die Werft in Puerto Real. Bei strahlendem Sonnenschein und ziemlich starken Wind hörten wir uns Vorträge unseres Profs zum Thema Regionalplanung und Auswirkungen der Fachplanungen auf eben diese an… Nach reichlich Input haben wir unsere ausgedehnte Mittagspause Strand in Sancti Petri verbracht und den Surfern dabei zugeschaut, wie sie die heftigen Windböen gebändigt haben….

 

Als letzter Punkt auf dem Exkursionsprogramm stand danach noch die Siedlung Novo Sancti Petri an. Thematisch ging es um den Küstenschutz in Andalusien und die Planungspraxis und Auslegung der diversen Gesetze… 

Ein Wochenende in Granada

24. April 2008 by marcoscheil

Am ersten April-Wochenende sind wir mit 10 Leuten - 5 deutsche Erasmus-Studis und 5 spanische Studis - nach Granada gefahren. Von Sevilla braucht man ca. drei bis dreieinhalb Stunden, Granada liegt ca. 300 Kilometer östlich von Sevilla am Fuße der Sierra Nevada. Wir sind mit zwei gemieteten Wagen dorthin gefahren (Mietwagen sind hier in Südspanien ziemlich günstig) und haben am Freitag abend unser Hostal direkt am Berg neben der Alhambra bezogen. 

Am Samstag morgen ging es dann schon um 8:00 zur Alhambra, DER Touristenattraktion schlechthin in Spanien. Da wir keine Tickets über das Internet vorbestellt hatten, mussten wir so früh wie möglich am Eingang sein, um uns Eintrittskarten zu sichern (pro Tag werden angeblich 6000 Besucher reingelassen…) 

Nach einer knappen halben Stunde Wartezeit haben wir dann Tickets ergattert und durften direkt reingehen in diese riesengroße Stadtburg. Das Wetter hat auch mitgespielt und so konnten wir dann fast drei Stunden das Weltkulturerbe besichtigen.

Kurzer Exkurs zur Geschichte der Alhambra: Gebaut wurde sie als Palast von den Mauren vor 900 Jahren, nachdem 1490 die katholische Könige Südspanien zurückerobert haben, fiel sie unter dessen Herrschaft. Die Alhambra ist also ein Nebeneinander von maurischer und mittleralterlicher chirstlicher Architektur, hinzu kommen noch weitläufige und prächtige Gartenanlagen, Generalife genannt. 

Was mich aber am meisten beeindruckt hat: der Ausblick auf die Stadt und den Albaicin, das historische Viertel Granadas, das auf dem Hügel gegenüber der Alhambra liegt.


Abends haben wir dann die Altstadt Granadas erkundet und den größten Vorzug Granadas live miterlebt :-) : Es gibt in den urigen Bars tatsächlich zu jedem Getränk eine Tapa gratis dazu (und das zu einem fairen Preis). Nachdem wir uns dort für kleines Geld kugelrund gefuttert hatten, ging es dann auf den Albaicin zu einem Platz, von dem man einen tollen Ausblick auf die Alhambra hatte. Dort haben wir dann eine Botellon gemacht (auf deutsch: selbst mitgebrachte Getränke unter freiem Himmel geschlürft). 

Am Sonntag haben uns Santimonte angeschaut, den Heiligen Berg Granadas. Dort verläuft die ehemalige Stadtmauer und es gibt eine Menge von sog. “Zigeunerhöhlen”, die dort früher in Höhlen gelebt haben, die sie selber in den Berg gebaut haben. Heute stehen diese teilweise leer, oder sie werden von Hippies bewohnt, die laut bellende Hunde haben - mit denen wir dann auch Bekanntschaft machen durften :-(

Fotos vom Granada-Trip gibts hier.

Semana Santa

13. April 2008 by marcoscheil

Von Palmsonntag bis Ostermontag war Sevilla im Ausnahmezustand. In der Semana Santa, spanisch für Karwoche, ist hier sogar soviel los, dass die Uni eine Woche lang pausiert und die meisten Geschäfte ab Gründonnerstag geschlossen sind. In der Innenstadt sind in der Fußgängerzone reihenweise Podeste aufgebaut und Absperrungen aufgestellt, und dass aus ganz bestimmtem Grund:

Während diesen sieben Tagen zieht jede Kirchengemeinde in ganz Sevilla in einem feierlichen Umzug von ihrer Kirche bis zur Kathedrale und zurück. Diese Prozessionen bestehen immer aus den Nazarenos (als Büßer Verkleidete), den beiden Pasos (aufgeständerte Jesus- und Marienstatuen, die von 20 Männern auf den Schultern getragen werden) und einer Musikkapelle, die getragene Blasmusik dazu spielt. Teilweise sind diese Umzüge so lang, dass sie ungefähr eine Stunde brauchen, um einen Punkt zu passieren. Je nach Entfernung dauert eine Prozession bis zu 10 Stunden. Die ganze Innenstadt ist voller Menschen, die sich die Prozessionen anschauen, angeblich sind zum Höhepunkt der Semana Santa an Gründonnerstag eine Million Menschen dort. 

Wir haben uns natürlich auch ein paar Prozessionen angeschaut, die tolle Atmosphäre und die prachtvoll geschmückten Pasos muss man gesehen haben, wenn man schon mal hier ist. Am eindrucksvollsten fand ich die nächtlichen Umzüge. Die Kerzen, die die Nazarenos tragen, und die absolute Stille, die herrscht, sobald ein Paso vorüberzieht… sehr schöne Stimmung!

Die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag, Madrugada genannt, war dann das Highlight: die beiden größten und prächtigsten Umzüge der Stadtviertel Macarena und Triana (wo ich ja z.Z. wohne) gingen um 2:00 nachts los, wir haben uns hauptsächlich die Macarena-Prozession angeschaut und ich war morgens um 8:30 daheim… gegen Mittag wurd ich dann unsanft aus dem Tiefschlaf geweckt: der Triana-Umzug war auf dem Rückweg aus der Kahedrale und lief genau an meinem Fenster vorbei…

Nach einem fleischfreien Karfreitag trafen wir uns dann am Ostersonntag zum Grillen auf Sophies Dachterasse und ließen die Woche entspannt ausklingen. Ostermontag gibt es in Spanien übrigens nicht - montags war also wieder Uni angesagt :)

Exkursion in den Donana-Nationalpark

12. April 2008 by marcoscheil

Die erste Uni-Exkursion, die ich hier in Sevilla miterlebt habe, fand am Freitag vor der Semana Santa, also der Karwoche und der damit verbundenen einwöchigen Unipause statt. Mit ca. 30 anderen Studis, die wie ich das Fach “Ordenacion del Territorio” (Raumordnung/Landesplanung) belegen, ging es per Reisebus in den Nationalpark Donana, ca. 30 km südwestlich von Sevilla. 

Der erste Zwischenstop wurde dann in El Rocio eingelegt, einem Wallfahrtsort am Rande des Nationalparks. Nach einem gemeinsamen Frühstück folgte der erste Vortrag unseres Profs, der uns über die Bedeutung und Auswirkungen dieses Wallfahrtstourismuses informierte. Der Ort hat 800 Einwohner - während der alljährlichen Wallfahrt am Pfingstwochenende kommen bis zu 1 Million Menschen aus ganz Spanien nach El Rocio. Der überwiegende Teil der Häuser wird dort nur als Pilgerunterkunft während der Wallfahrtzeit genutzt - dementsprechend leergefegt und beinahe gespenstisch sieht es die restliche Zeit des Jahres dort aus. 

Ein weiteres Thema, das die Landesplanung im Zusammenhang mit dem Nationalpark in den letzten Jahren beschäftigt hat, ist der Ausbau des Straßensystems und damit einhergehende Konflikte mit dem Naturschutz. Trotz großen Einwänden ist eine Straße durch den Naturpark (Vorzone des Nationalparks) gebaut worden, der die Fahrtzeit von Sevilla nach Matalascanas deutlich verringert. 

Womit ich schon beim nächsten Stop und dem Hauptthema der Exkursion wäre: Matalascanas ist ein Badeort mit kilometerlangem Strand an der Costa de la Luz, der unmittelbar am Nationalpark Donana liegt. Neben dem Besuch des Museo del Mundo Mar (Museum der Meereswelt) spazierten wir auch durch die Wanderdünen am Strand von Matalascanas. Bei strahlendem Sonnenschein und Ausblick auf den Atlantik war das eindeutig der angenehmste Teil der Exkursion… 

Vor dieser tollen Kulisse hielt unser Prof danach einen Vortrag über die Bedeutung des Tourismus für die Region und die Raumansprüche der Erdbeeranbaus, dessen Anbaugebiete teilweise bis unmittelbar an den Nationalpark reichen. 

Abends ging es wieder heimwärts nach Sevilla, und während viele Studenten schon ein Nickerchen im Bus machten, redete der Prof munter weiter…. 

Fazit: Interessante Themen, ein sehr redseliger Prof und tolle Eindrücke von Spaniens gehypten Nationalpark :)

Fotos von der Exkursion gibts hier.